Infrastruktur der Forschungsfabrik

Gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg haben das KIT und die Fraunhofer Gesellschaft ein Grundstück auf dem Campus-Ost des KIT als Standort für die Forschungsfabrik Karlsruhe festgelegt. Der Campus-Ost befindet sich an der Rintheimer Querallee in unmittelbarer Nähe des Technologieparks Karlsruhe. Der Baukörper der Forschungsfabrik konzentriert sich in einem L-förmigen Gebäude, der in den weiteren Ausbaustufen kammartig erweitert werden kann. Das Gebäude der Forschungsfabrik besteht aus zwei Teilgebäuden: einem KIT- und einem Fraunhofer-Gebäudeteil. Beide Gebäudeteile sind durch einen Foyerriegel miteinander verbunden und eindeutig dem jeweiligen Bauherrn zugeordnet. Im KIT-Gebäudeteil werden Prozesse des Hybriden Leichtbaus untergebracht, u.a. hohe und schwere Pressen zur Herstellung von CFK-Prototypen. Aus Gründen der Verdichtung ist das Fraunhofer-Teilgebäude zweigeschossig: im Erdgeschoß werden Prozesse der E-Mobilität, im Obergeschoss Industrie 4.0-Forschungsarbeiten angeordnet. Das Gebäude und seine Einrichtung sind so flexibel bzw. wandlungsfähig, dass die Fertigungsprozesse einfach umgebaut oder ausgetauscht werden können. Im Gegensatz zum Erdgeschoss ist das Obergeschoss nicht bekrant, sondern mit einem sog. Sensorhimmel ausgestattet. Mit Hilfe dieses Sensorhimmels kann im Hinblick auf das Forschungsthema der 'Unreifen Prozesse' Sensorik und Messtechnik an jeder beliebigen Stelle oberhalb der Fertigung angebracht werden; die Nachrüstung mit Sensorik, z.B. um ggfs. weitere Daten aus den Prozessen zu erfassen, ist so ohne weiteres möglich.

Die Produktionsflächen gliedern sich in beiden Gebäudeteilen in 8x8 m große Versuchsfelder, die interdisziplinären Teams aus Partnerunternehmen sowie den Fraunhofer- und KIT-Mitarbeitern für ihre F&E-Aufgaben zur Verfügung stehen. Der vorliegende Vorentwurf des Büros Heinle, Wischer und Partner aus Berlin/Stuttgart fasst die erforderlichen Funktionen beider Gebäudeteile auf rd. 4.500 m² Fläche zusammen. Die Büroräume für die im Gebäude arbeitenden wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie von Industriepartnern werden in einem unmittelbar benachbarten Bestandsgebäude angeordnet.

Um standortübergreifende Aufgaben zu erforschen und Lösungen dafür zu entwickeln, verfügen wir mit der SmartFactory OWL über einen weiteren Standort mit einer modernen Infrastruktur. Transparenz in der Supply Chain erproben und demonstrieren? Smart Contracts zwischen zwei Fertigungsstandorten aushandeln? Kapazitätsmarktplätze entwickeln und testen? Kein Problem - unsere Infrastruktur ist genau dafür ausgelegt. Schon heute entwickeln und testen wir im SmartFactoryWeb - gleichzeitig offizielles IIC Testbed - gemeinsam mit Partnern wie KETI in Südkorea, Microsoft und SAP Interoperabilität zwischen verteilten Fabriken.